~~~~ Magical Diary
Landdienst war toll!

Vom 27.08.2007 bis am 08.09.2007 war ich oberhalb von Dreien im Landdienst. Die Familie (Mutter Marlies ist 31, Vater Alex ist 48 Jahre alt) hat vier Kinder:

Raffael, geb. 1999
Mario, geb. 2000
Elvira, geb. 2002 und
Ramona, geb. 2006

Die Jungs gehen bereits zur Schule, Elvira besucht den grossen Kindergarten und das Nesthäkchen Ramona bleibt beim Mami zu Hause, oder beim Grosi.

Das Mittagessen ist die Hauptmahlzeit und jeden Mittag wird gekocht (ca. eine Stunde), es gibt immer zuerst eine Suppe, danach Fleisch, Beilage, Gemüse und hinterher Salat. Nach dem Aufräumen und Abwaschen hatte ich jeweils eine Stunde Mittag.

Vor dem Mittag "schlief" die Kleine auf ihrem Kissen in der Küche, also sie lag/sass drauf oder spielta damit und quengelte manchmal. Vor der Familie bekam sie immer schon die Suppe. Nach dem Essen hielt sie ihrem Mittagsschlaf, zwischen einer und zwei Stunden.

Am Freitagmorgen ist jeweils putzen angesagt. Seit da putze ich das Badezimmer selbst, plus die Küche. Ich habe diese Woche auch bei meiner Mutter geputzt (Toilette, Lavabo), aber nichts gehört. Ich bügle nun auch. Aber ich weiss nun leider genau, weshalb meine Mutter vieles nicht mehr so gerne macht: Unser Haus ist vollgestopft mit allem möglichen, Beispiel Küche: 2 von 4 Herdplatten sind belagert, links liegen Dinge, rechts auch, dann die Mikrowelle ist oben drauf vollgestapelt mit einer zweiten Küchenwage, etc. etc. An die Kaffeemaschine kommt man schwerlich ran, weil rundherum Teebeutel und -dosen liegen, x-beliebige Fläschchen, Döschen, Päkchen usw. füllen den Platz bis zum Waschbecken, die Abtropfe ist mit weiteren Putzmitteln, die unten im Schrank keinen Platz haben, und einer Fruchtschale (wo ich fast wöchentlich angefaultes oder schon blaugrünes beschimmeltes Obst entsorge). Kein Platz auch auf dem Tisch, wo alles mögliche liegt, vorne hats grad knapp noch Platz, um Brot zu schneiden. Auf der Eckbank liegen Dinge, ich weiss nicht was für welche, unter dem Bank liegen noch mehr. Überall Dinge, die s z.T. gar nicht braucht, oder wo aber der Originalplatz von anderen Dingen belegt ist.  Sogar die Fensterbank ist von Krimskrams belegt!

Grund dafür ist natürlich die Kaufsucht meiner Mutter. Die ist total auf Aktionen aus. Was natürlich an sich nichts Schlimmes ist. Aber wenn man beginnt, Dinge, die man gar nicht benötigt, zu kaufen, ist das Ziel überschossen.

Ich finde es zwar toll, wenn wir vieles haben, dass uns das Leben einfacher macht, aber gleich drei Brotbackautomaten?! Vor zwei Jahren ist mein Vater ausgezogen, seither sind meine Eltern getrennt, die werden sich vielleicht auch bald scheiden lassen. Damals habe ich die Werkstatt, die bisher von ihm belegt war, total auf- und umgeräumt. Ich hatte viel Platz, ich konnte auch meinen Boxsack ohne Probleme benutzen. Seither ist nicht nur das unmöglich, wegen dem vielen Zeugs meiner Mutter, sondern auch der Tischfussball ist belegt, unten und oben und seitlich. In der Werkstatt stelle ich jetzt Regenstiefel etc. und meine Wanderschuhe u.Ä. ab. Oder mein Schlauchboot. Oder meine Skates. Wo hätte ich sonst noch Platz? Ich begann schon lange, vieles in meinem Zimmer zu lagern. Aber auf ca. 2.5m x 4.5m ist das nicht gut möglich.

Das Bauern hat mir sehr gut gefallen. Mit Tieren arbeiten, viel draussen sein, heuen, Kälbchen tränken, Kuhärsche vergleichen *g*, kochen, putzen, Kinder,... Und dann die Abgeschiedenheit (die mir anfangs nicht behagte, die ich aber jetzt sehr vermisse!), die Leute, die nicht so gestresst sind wie wir, die mal zwischendurch einfach kurze Pause machen können... Schön. Und vor allem hat man da einfach mal Leute um sich.

Zu Hause sehe ich meine Mutter eh praktisch nie. Pro Woche vielleicht 2 bis 4 Stunden. Nicht mehr. Aber vielmals kommt sie abends heim und ist genervt und/oder gestresst, dass ich ihr lieber aus dem Weg gehe. Erst diese Woche kam sie heim und nörgelte, ich solle gefälligst meine Sachen aus dem Wohnzimmer nehmen und sie nicht hier herumliegen lassen. Ich habe diese Sachen nicht mal 24 Stunden da liegen lassen, und das auch nur, weil ich ihr was zeigen wollte. Aber ich hab mich in Acht genommen, ich lasse gar rein nichts mehr ausserhalb meines Zimmers oder der Werkstatt herumliegen. Ich nicht, dafür meine Schwester und die dumme Pute.

Am Montag beginnt jetzt erst mal mein Studium "Wirtschaftsrecht", dass ich in 3 Jahren abgeschlossen haben werde. Für später überlege ich momentan, ob ich Teilzeit als Wirtschaftsjuristin und anderntags als Bäuerin arbeiten will. Dafür beginne ich jetzt die Suche nach einem hübschen, jungen Bauern... =)

Der Landdienst war einfach total anders als das Leben hier unten. Da sind Berge um einem herum, Wiesen, Grün, kein Verkehr, keine Autobahn, keine Strommasten, kein Zug. Dort gibts Wald in der Nähe, man kann Ausflüge machen. Sie haben ein schönes, grosses, neues Haus. Die Zimmer sind Zimmer, und keine Zellen, man hat neben Bett, Tisch und Kleiderschrank noch genügend Platz, um sich nicht eingeengt zu fühlen. Und man hat viel Umschwung. Und Tiere. Es lebt. Nicht wie hier, wo man unter der Woche ausschlafen kann und dann aufsteht und das Gefühl hat, der letzte Mensch auf Erden zu sein. Meine Mutter hat für solche Träumereien keine grosse Akzeptanz. Sie findet, wenn mir das wichtig ist, muss ich dafür arbeiten. Ihr ist ihr Haus wichtig (das winzig klein ist, ein bisschen Rasen rund herum, vollgestopft mit Unnötigem, vielleicht ist sie nicht gerne zu Hause, weil sie das dann bemerken würde.)

Müsste ich mich entscheiden zwischen Landdienst-Leben und hier, für mich wär es schnell klar. 

Einige Aufgaben, die ich auf dem Land hatte:

  • kochen
  • Obst sammeln
  • helfen beim Kühe ein- und auslassen
  • Kälbchen tränken
  • Kühe mit Heu versorgen
  • beim Heu einfahren helfen (nach dem Mähen verteilen zum Trocknen, wenden, zusammenrechen zum einfahren)
  • Kuchen backen
  • Zopf backen
  • schalmen (monatliche Kontrolle der Eutergesundheit und der Milchqualität anhand der Milch)
  • Lämmchen "schöppele"
  • Kinder betreuen
  • etc.
16.9.07 15:27
 


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